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Wahre Männer

Jetzt wisst ihr auch, warum ich nichts verspreche. Zu meiner Verteidigung: Ich dachte, ich sei erst einen Tag im Rückstand. Eben ist mir aber aufgefallen, dass es doch schon fünf sind. Ich habe im Moment den Bezug zur Realität verloren. Ich bin mit der Schule fertig und muss das nächste Mal in zwei Monaten Unterricht machen. Ich gehe nur noch für ein paar marginale Termine hin. Alles in allem bin ich zurzeit komplett fertig mit Verpflichtungen. Was ich allerdings trotz meiner Ich-Fixierung mitbekommen habe und was mich immer noch verfolgt, war das EM-Finale. Speziell: Die Malträtierung von Chrissy Ronaldo. Auch wenn ich mich damit unbeliebt mache, sag ich es trotzdem: Er und alle anderen Fußballer sind verweichlichte Memmen. Ich hab es zwar nur am Rande mitbekommen, aber ich beziehe mich gar nicht auf diesen speziellen Fall. Wenn man sich so schwer verletzt, dass man nicht mehr spielen kann, dann sollte man wie ein Mann vom Platz humpeln. Und wenn man sowieso nur kurz liegt, heult und dann weiterspielt, sollte man aufhören, sich Mann zu nennen. Ich kenne leider keinen Ausdruck, der Andere nicht in irgend einer Weise diskriminiert. Aber im Alltags-Jargon nennt man das Pussy. Warum sind denn alle aufeinmal so wehleidig? Auch nicht alle, aber die meisten. Ich glaube das Spiel Deutschland gegen Frankreich. Müller und ein Individuum knallen Kopf an Kopf aneinander. Jeder, der seinen Kopf schon einmal angeschlagen hat, weiß, dass die Schmerzen Müllers deutlich schlimmer ausfallen. Er steht jedoch einfach wieder auf und macht weiter, als wäre nichts gewesen. Aber die andere Person krümmt sich vor Schmerzen und ringt um Mitleid. Also: Warum? Vor 75 Jahren ist mein Urgroßvater bei Minusgraden durch Russland marschiert. Der hat sich auch nicht beschwert. Wenn da einer den Finger verloren hat, gab es weniger Aufstand. Was ist nur aus den Männern geworden? Und das schlimmste waren die Reaktionen in den sozialen Medien. Morddrohungen, Rassismus, Anfeindungen aller Art. Alle heulen um ihren tapferen, gefallenen Soldaten. Mein Uropa hat es gerade noch aus Stalingrad heraus geschafft. Der hat sich in seinem Leben nie beschwert und nie Anerkennung bekommen. Da fällt mir noch eine Parallele auf: Vor 70 Jahren haben wir verloren. Vor einer Woche auch. Und letzte Woche schieben alle die Schuld auf den Italiener(für die, die es nicht mitbekommen haben: das Spiel, das uns aus dem Tunier geworfen hat, wurde von einem italienischen Schiedsrichter gepfiffen. Im Spiel zuvor hatten wir Italien heim geschickt). Vor 70 Jahren hat mein Opa auch nicht gesagt: Das war aber unfair. Er war allerdings wohl auch nicht so bestürzt wie Deutschland nach dem Halbfinale. Kurzer Fakt am Rande: Vor 98 Jahren haben wir auch schon wegen Italien verloren. Beziehungsweise haben die uns die Chancen auf den Sieg deutlich gemindert. Aber ich schweife sehr weit ab. Wieso suchen alle die Schuld bei den Anderen? Der Schiri, der Franze. Immer die Anderen. Und was ist aus Männern geworden, die ein Schwein mit bloßen Händen erlegen konnten? Sind die denn alle nach Russland in die Politik? Naja. Bevor ich noch weiter Leute beleidige:
Xoxo,
Gossip Girl

Äh ne, falscher Film.

12.7.16 15:19

Letzte Einträge: 07.07.2016, Deutschland und Politik, Deutschland und Politik, Deutschland und Politik

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